Der „weiße Sport“ lud zur Jubiläumsfeier

TC Zachreisen feierte 40-jähriges Bestehen

Der Weiße Sport feierte am Wochenende Jubiläum in Marklkofen: 40 Jahre Tennissport vom feinsten mit dem TC Zachreisen, der Tennissparte des TSV. Begonnen hatte alles mit der Idee von vier Tennis-Enthusiasten – Erich Geiger, Manfred Jeschkus, Leonhard Speckmaier und Josef Seideneder – im Jahr 1977. Es war die Zeit, als Björn Borg in Wimbledon für Furore sorgte – noch lange bevor Boris Becker und Steffi Graf ab Mitte der 1980er für den absoluten Tennis-Boom in Deutschland sorgten.

Heinz Kettner, erster Vorstand des TC seit 1992 begrüßte die Gäste bestens gelaunt, darunter den erste Bürgermeister Peter Eisgruber-Rauscher mit den Gemeinderäten Magda Geltinger und Franz Eberl, Alt-Bürgermeister Martin Geltinger, TSV-Gesamtvorstand Richard Bergmoser und TSV-Ehrenvorstand Konrad Horn, die TC-Ehrenmitglieder Sylvia und Georg Albrecht sowie Anton Haslbeck und die Tennis-Pioniere der ersten Stunde, Manfred Jeschkus und Erich Geiger. Heinz Kettner begann mit einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte: „Im Sommer 1976 begann unser Chronist Anton Reichl die Vereinschronik mit folgendem Satz: In den letzten Jahren hat sich Tennis zu einer Sportart entwickelt, die nicht mehr nur privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten bleibt – der „Weiße Sport“ ist auf dem besten Weg, ein Volkssport zu werden.“

Und Marklkofen war frühzeitig dabei – bereits Ende 1977 zählte der neue Verein 100 Mitglieder – übrigens war damals noch eine Aufnahmegebühr an der Tagesordnung. Mit viel Begeisterung und ehrenamtlicher Eigenleistung schafften es die Mitglieder, einen Platz zu finden, um drei Tennisplätze anzulegen. 1978 wurde für 6000 DM eine gebrauchte Baubaracke erstanden, die bis 1994 als Vereinsheim diente. Weitere Highlights: 1982 wurde die erste Herrenmannschaft Meister der Kreisklasse, 1984 organisierten Heinz Kettner und Erich Geiger das berühmte Vilstalturnier, das insgesamt 16 Mal ausgetragen wurde, teilweise mit bis zu 70 Teilnehmern am Start. Ende der 1980er Jahre sorgte der bundesdeutsche Tennis-Hipe für den Höchststand von 225 Mitglieder und so wurden 1989 zwei weitere Tennisplätze angelegt, was besonders den Aktivitäten im Jugendbereich zu Gute kam. 1994 wurde mit dem Bau des neuen Clubhauses begonnen, das 1996 eingeweiht wurde. Heute verfügt der TC Zachreisen über eine vorbildlich gepflegte Anlage mit fünf Sandplätzen rund ums zentrale Vereinsheim, auf die der Verein zurecht stolz sein kann.

Peter Eisgruber-Rauscher lobte in seinem anschließenden Grußwort „den wertvollen Beitrag des Vereins für sportinteressierte Bürger“, besonders aber die Jugendarbeit, denn circa die Hälfte der derzeit rund 150 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche: „Und auch wenn der Tennisclub Marklkofen noch keine zweite Steffi Graf oder einen zweiten Boris Becker hervorgebracht hat – so ist doch schon so manches Talent entdeckt und gefördert worden.“ Er würdigte ganz besonders das ehrenamtliche und organisatorische Engagement von Vorstandschaft und Mitgliedern des Vereins: „Gerade in der heutigen Zeit – voller Veränderungen und Orientierungsproblemen – ist ein Verein wie der TC besonders für junge Leute ein wichtiger Stabilisator und Garant für Kameradschaft und Geselligkeit. Von Seiten der Gemeinde sagte er dem Verein auch weiterhin die notwendige finanzielle Unterstützung zu.

TC-Sportwart Georg Albrecht hielt anschließend eine spezielle Laudatio auf den langjährigen ersten Vorstand Heinz Kettner, der in den 40 Jahren des Vereinsbestehens 38 Jahre in der Vorstandschaft tätig war: „Gleich in der ersten Vorstandschaft war er als Beisitzer vertreten. Neben dem Umgang mit dem Tennisschläger war damals besonders auch der Umgang mit Schaufel, Pickel, Hammer und Bohrmaschine gefragt: „Damit konnte er gut umgehen und war immer tatkräftig dabei, aber auch verbal brachte er sich sehr gut ein.“ Nach drei Jahren als Beisitzer machte Heinz Kettner erst einmal eine Pause. Bei seinem Comeback 1982 wurde er dann zum zweiten Vorstand gewählt. Ab 1984 war er Sportwart, bis er 1992 erster Vorstand wurde – mit Erfolg bis heute, obwohl es eigentlich „nur ein paar Jährchen sein sollten“. Als erster Tennis-Vorstand wurde er automatisch auch Vorstand im TSV-Hauptverein. In allen Positionen, so sein Laudator, „war er aus Sicht der Sparte Tennis immer die optimale Besetzung“.

Auch Richard Bergmoser würdigte im Anschluss die besonderen Verdienste von Heinz Kettner, aber auch der gesamten Führungsmannschaft: „Was mich in den letzten Monaten/Wochen besonders freut, dass nach einer „Flaute“ nun wieder so richtig Leben in der Bude und auf dem Platz ist. Mein herzlicher Dank gilt hier der kompletten Führungsmannschaft – allen voran Mary (Maria Leitl) und Schoos (Georg Albercht). Was Heinz Kettner betraf, so erinnerte Richard Bergmoser auch an dessen aktive Zeit bei den TSV-Kickern: „Besonders seine Einsätze in der AH sind unvergessen!“ Nachdem Heinz Kettner bereits vor drei Jahren vom BLSV mit der Anstecknadel „Gold mit großem Kranz“ ausgezeichnet wurde – eine Ehrung, die bisher nur vier Vereine erhalten haben – stand ihm nun eine Auszeichnung der absoluten Extraklasse bevor – die Ehrenmitgliedschaft im TSV „für hervorragende Verdienste als langjähriges Vorstandsmitglied und Spartenleiter der Abteilung Tennis“, die, so Richard Bergmoser, nur nach reiflicher Überlegung vergeben wird.

3000-i-82603538_xxl

Der zweite TC-Spartenleiter, Charly Pickl, nahm die Gelegenheit wahr und ehrte verdiente Vorstandsmitglieder – darunter Georg Albrecht, der für seine langjährige Tätigkeit als Sportwart geehrt wurde und Maria Leitl, die für ihre Jugendarbeit ausgezeichnet wurde. Nach dem offiziellen Teil begann nun der gemütliche Teil mit einem gemeinsamen Essen und vielen Erinnerungen an die letzten 40 Jahre.

TSV MARKLKOFEN e.V. Mitmachen. Fitbleiben. Spasshaben.